Rutishauser Renate

Renate
Rutishauser
Familienfrau / Psychiatrieschwester
1960
Tomils
verheiratet
Kreis: Domleschg
SP
Stellvertreterin bisher


Haben Sie ein Lebensmotto, wenn ja welches? 
Echt, offen und interessiert sein.

In welchem Umfeld bewegen Sie sich:
Familien-, Erwerbs- und/oder ehrenamtliche Tätigkeit?

  • Familie / Kinder:  fünf Kinder zwischen zehn und 32 Jahren
  • Berufstätigkeit / Pensum:  Minipensum als Betreuerin einer WG
  • Ehrenamtliche Tätigkeit:  Schulratsmitglied, Vorstand SP Viamala
Beschreiben Sie uns Ihren politischen Werdegang – Ihre Motivation:
Schon als Jugendliche habe ich mich in der Aufgabenhilfe für Kinder benachteiligter Familien engagiert, wählte mit der Ausbildung als Psychiatrieschwester einen sozialen Beruf. Durch meine dort gemachten Erfahrungen verstärkte sich mein Bewusstsein der spezifischen Situation von Menschen, die aufgrund gesundheitlicher und sozialer Schwierigkeiten im Leben benachteiligt sind. Die Geburt meiner Tochter Lisa mit Down-Syndrom 2003 stärkte dieses noch. Als die Schweiz 2007 deutlich nach rechts rutschte, entschloss ich mich, als persönliches Zeichen, der SP beizutreten. Schnell einmal fand ich mich im Vorstand unserer Bezirksgruppe wieder. Als ich vor vier Jahren angefragt wurde, ob ich mir eine Kandidatur als Grossratsstellvertreterin vorstellen könne, musste ich nicht lange überlegen. Zu meiner Freude wurde ich auch gewählt und befasse mich seither vertieft mit den Angelegenheiten unseres Kantons, obwohl es für mich als dritte Stellvertreterin bisher keine Gelegenheit gab, im Grossen Rat Einsitz zu nehmen. Da mein Interesse an der Entwicklung unserer Region, unseres Kantons ungebrochen ist, werde ich mich über eine Wiederwahl sehr freuen.
 
Was möchten Sie als Regierungs- oder Grossrätin bewegen?
Gern möchte ich als Mitglied meiner Fraktion an der Umsetzung sozialdemokratischer Zielsetzungen mitwirken, Chancengerechtigkeit ist hierbei ein wesentlicher Punkt, der sich für mich durch praktisch alle Lebensbereiche ziehen sollte. Hierzu zähle ich neben der Gleichstellung der Geschlechter auch die Integration aller in Schule, Beruf und Freizeit.
 
Wo sind Ihre Schwerpunkte?
Bildung, Gesundheits- und Sozialwesen.
 
Haben Sie (politische) Vorbilder?
Die Erfahrung lehrt, dass es sehr riskant sein kann, sich andere zu Vorbildern zu machen. Oft ist man dann bei näherer Betrachtung enttäuscht. Jedem stellen sich die Gegebenheiten immer wieder neu, in seiner Zeit, in seinem Umfeld.
 
Was heisst Gleichstellung für Sie und was brauchen wir um die Gleichstellung in Graubünden zu fördern?
Dass dieser Punkt mir sehr wesentlich ist, habe ich oben bereits erwähnt. Da aber nicht alle gleich sind, ist Gerechtigkeit nicht, Gleiches für alle, sondern jedem das ihm Entsprechende. Die Voraussetzungen dafür zu schaffen, sollte unser Ziel sein. Konkret heisst das, schon in der Schulzeit ausreichend Unterstützung zu gewähren, von Geschlechterstereotypien wegzukommen, Nachteile unter den Geschlechtern durch adäquaten Unterricht ausgleichen, Zugangshürden technischer Berufe für Mädchen zu reduzieren. Die Attraktivität des  Lehrerberufs hat gelitten, weshalb hier vor allem Männer fehlen, dies sollte verbessert werden. Auf Lohngleichheit muss beharrt, diese besser überprüft werden. Mehr Betreuungsmöglichkeiten sowie Teilzeitarbeitsplätze auch für Männer werden benötigt, da sollte auf die Wirtschaft nachdrücklicher eingewirkt werden. Auch für Menschen mit Handicap sollten die Möglichkeiten schulischer und beruflicher Einbettung und Förderung weiter ausgebaut werden.